Muss ich mich krankenversichern?

Seit dem 1. Januar 2009 herrscht in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht. Das heißt, dass sich jeder Bundesbürger krankenversichern muss.

Rund 87 Prozent der Deutschen sind dabei in der gesetzlichen Krankenversicherung  pflicht- oder freiwillig versichert, wobei eine freiwillige Versicherung eher seltener vorkommt. Der Rest, also etwa 13 Prozent, ist in einer privaten Krankenversicherung.

Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht für:

  • Angestellte, die die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 49.500 Euro nicht überschreiten.
  • Bezieher von Arbeitslosengeld, Krankengeld, Rente, also diejenigen, die die sogenannten Erwerbsersatzeinkünfte erhalten
  • Studenten
  • Rentner
  • Familienangehörige, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen

Zudem können sich folgende Personen freiwillig gesetzlich versichern lassen:

  • Freischaffende Künstler und Publizisten (hier greift die Künstlersozialversicherung)
  • Selbstständige
  • Personen ohne Versicherungspflicht (Arbeitslose ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld, Geschiedene, etc.)
  • Angestellte, deren Jahresarbeitsentgeltgrenze über 49.500 Euro im Jahr liegt

Eine weitere Sonderregelung gibt es für die Gruppen der Beamten, der Selbstständigen, für Sozialhilfeempfänger und für Asylbewerber. Sie können der gesetzlichen KV nur dann beitreten, wenn bereits eine Mitgliedschaft bestanden hat. Andernfalls müssen sie sich freiwillig versichern, weil sie von der GKV nicht aufgenommen werden.

Die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Kasse überschneidet sich in manchen Punkten mit der Versicherung in der privaten Kasse.
Dort können sich folgende Personen versichern:

  • Angestellte, die die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 49.500 Euro überschreiten
  • Beamte
  • Selbstständige
  • Freiberufler

Muss ich eine Einkommensteuererklärung machen?

Im Steuerrecht tauchen immer wieder die Begriffe Einkommensteuer und Lohnsteuer auf. Umgangssprachlich ist damit meist dasselbe gemeint, allerdings nur dann, wenn es um die Steuern eines Arbeitnehmers geht. Anders verhält es sich beispielsweise bei Selbstständigen oder Freiberuflern, die keinen Lohn erhalten, sondern Rechnungen stellen.

Hier wird also auch kein Lohnsteuerjahresausgleich gemacht, sondern eine Einkommensteuererklärung.

Wer muss eine Einkommensteuererklärung machen?

Prinzipiell ist jeder, der ein bestimmtes Einkommen hat, zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Deswegen hier eine Aufstellung zur Abgabepflicht der Einkommensteuererklärung. Abgeben muss diese:

  • Wer steuerfreie Einkünfte über 410 Euro bezieht, beispielsweise Arbeitslosengeld oder Elterngeld. Durch diese Einkünfte erhöht sich nämlich der Steuersatz für die steuerpflichtigen Einnahmen.
  • Wer Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug, beispielsweise Vermietungen, erhält. Diese müssen über 410 Euro liegen.
  • Wer mehrere Jobs parallel hat und diese auf Lohnsteuerklasse VI laufen.
  • Wer auf der Lohnsteuerkarte Freibeträge eintragen hat lassen.
  • Wer sich mit seinem Ehepartner nicht zur gemeinsamen Veranlagung entschließt.
  • Wer geschieden wurde und im selben Jahr wieder geheiratet hat.
  • Wer einen Ehepartner hat, der im EU-Ausland lebt.
  • Wer im Ausland wohnt aber die deutsche Steuerpflicht beantragt hat.
  • Wer als Selbstständiger oder Freiberufler Einkünfte hat, die über dem Grundfreibetrag von aktuell 8004 Euro für Alleinstehende und 16.008 Euro für Verheiratete liegen.
  • Wer einen Ehepartner hat, der eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllt.

Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung ist in der Regel der 31. Mai des Folgejahres. Wer seine Steuererklärung von einem Steuerberater machen lässt, kann sich bis zum 31. Dezember des Folgejahres Zeit lassen. Darüber hinaus kann man weitere Verlängerungen beantragen.

Wie berechnet man die Lohnsteuer?

Jeder Arbeitnehmer kann einmal jährlich einen Lohnsteuerjahresausgleich machen. Dieser zeigt dem Finanzamt, ob der Arbeitnehmer Steuern nachzahlen muss (was eher selten der Fall ist) oder welche zurückbekommt.

Die Grundlage für die Lohnsteuer ist die jeweilige Klasse, in der man sich befindet:

  • Steuerklasse 1 ist für Ledige und Geschiedene
  • Steuerklasse 2 ist für Alleinerziehende, die einen Entlastungsbetrag bekommen
  • Die Steuerklassen 3, 4 und 5 sind für Verheiratete
  • Steuerklasse 6 braucht derjenige, der mehrere Jobs hat

Am einfachsten ist es, wenn die Freibeträge, die jeder Steuerklasse zugeordnet wurden, nicht überschritten werden. Dann muss nämlich keine Lohnsteuer gezahlt werden. Ansonsten richtet sich die Lohnsteuer nach der Höhe des Einkommens und wird mit Hilfe von Lohnsteuertabellen festgelegt. Pauschal kann gesagt werden: Wer mehr verdient, zahlt auch höhere Lohnsteuer. Jedoch kann das nicht pauschalisiert werden, da hierbei auch noch Werbungskosten zu berücksichtigen sind, die sehr unterschiedlich ausfallen können.

Während eines laufenden Arbeitsverhältnisses mit immer gleichem Einkommen, wird sich auch die Höhe der Lohnsteuer nicht verändern. Sie wird direkt vom Arbeitgeber einbehalten und ans Finanzamt weitergeleitet. Eine Zusammenfassung erhält man dann zu Beginn des Folgejahres, in der Brutto- und der Nettoverdienst aufgeführt sind, und somit auch die Lohnsteuer. Hat man nun arbeitsbedingte Ausgaben, kann man durch den Lohnsteuerjahresausgleich Geld zurück erhalten.

Lohnsteuerabgabe selbst berechnen

Wer seine Lohnsteuerabgabe selbst berechnen möchte, beispielsweise, weil er eine Gehaltserhöhung bekommt oder den Arbeitgeber wechselt, der kann Lohnsteuerrechner online befragen, die folgende Daten benötigen:

  • Geburtsjahr
  • Steuerklasse
  • Kirchensteuer
  • Kinder unter 18
  • Jahresbruttolohn
  • Versorgungsbezüge
  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Freibeträge

Muss ich Überstunden machen?

Die allgemein übliche Arbeitszeit pro Tag beträgt acht Stunden, kann aber durch den Arbeitgeber auch auf zehn Stunden erhöht werden, wenn innerhalb von sechs Monaten ein entsprechender Ausgleich geschaffen wird. Darüber hinaus gibt es Branchen, die länger arbeiten, diese Mehrarbeit wird aber sofort wieder durch Freizeit ausgeglichen und hat mit Überstunden nichts zu tun.

Jede Arbeitsleistung, die über die vertraglich oder tariflich festgelegte tägliche Arbeitszeit hinausgeht, wird als Überstunden gewertet. Diese kann der Arbeitgeber verlangen, wobei es hierbei Regeln gibt:

1.       Die Anordnung von Überstunden durch den Arbeitgeber muss im Vertrag festgehalten sein. Besteht keine schriftliche Vereinbarung, kann der Arbeitnehmer die Leistung von Überstunden ablehnen.

2.       Sollte ein Notfall oder ein Engpass eintreten, dann ist der Arbeitnehmer auch ohne vorherige Absprache verpflichtet, Überstunden abzuleisten. Dies beruht auf dem Prinzip der vertraglichen Treue.

Überstunden müssen vergütet werden und zwar in der Höhe, in der auch die normale Arbeit bezahlt wird. Zuschüsse können vertraglich festgehalten werden, sind aber keine Pflicht. Sofern der Arbeitnehmer länger für seine Arbeit braucht, als der Arbeitgeber vorgegeben hat und dadurch Überstunden anfallen, ist der Arbeitgeber nicht zu einer Vergütung verpflichtet.

Wo beantrage ich Kindergeld?

Kindergeld ist gesetzlich geregelt, jeder, der Kinder hat, hat darauf auch einen Anspruch. Dabei ist zu berücksichtigten, dass sowohl die Eltern kindergeldberechtigt sind, sowie auch Pflegeeltern oder Großeltern, je nachdem, wo das Kind aufwächst. Sofern das Kind keine Erziehungsberechtigten mehr hat, kann es auch selbst den Zuschuss beziehen.

Dieser beträgt

  • für das erste Kind 184 Euro,
  • für das zweite Kind ebenfalls 184 Euro,
  • für das dritte Kind 190 Euro,
  • für jedes weitere Kind 215 Euro.

Berechtigt um Kindergeld zu erhalten sind

  • deutsche Staatsbürger,
  • Bürger der EU inklusive Norwegen, Island und Schweiz,
  • Ausländer, die in Deutschland mit einer Niederlassungserlaubnis oder einer Aufenthaltserlaubnis leben,
  • Menschen, die den Wohnsitz in Deutschland haben oder im Ausland leben, dafür aber in Deutschland einkommensteuerpflichtig sind.

Kindergeld wird bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt.

Ausnahmen:

  • Wenn das Kind arbeitslos ist und Arbeitslosengeld II bezieht, kann es das Kindergeld bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres erhalten.
  • Wenn das Kind noch zur Schule geht, studiert oder eine Berufsausbildung absolviert, wird das Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt.
  • Wenn das Kind ausbildungssuchend gemeldet ist, kann es ebenfalls bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld bekommen.

Der Antrag auf Kindergeld wird bei den zuständigen Familienkassen gestellt, die den Bundesagenturen für Arbeit angegliedert sind.

Wo beantrage ich Wohngeld?

Wohngeld ist eine staatliche Unterstützung, die Bürger mit geringem Einkommen erhalten. Das Wohngeld ist ein Zuschuss zur Miete oder, als Lastenzuschuss, zu den Kosten von Wohneigentum. Erhalten kann es,

  • wer Mieter einer Wohnung ist,
  • wer Inhaber einer Genossenschaftswohnung ist,
  • wer Eigentümer eines Mehrfamilienhauses (mehr als drei Stockwerke), eines Geschäftshauses oder auch eines Gewerbebetriebes ist, und gleichzeitig dort wohnt,
  • wer Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses inklusive Geschäftsräumen ist und dort selbst wohnt,
  • wer auf einem landwirtschaftlichen Anwesen lebt, bei dem Wohnung und Wirtschaftsteil nicht getrennt sind.

Darüber hinaus gibt es Lastenzuschuss für „Wo beantrage ich Wohngeld?“ weiterlesen

Wo beantrage ich Elterngeld?

Elterngeld ist ein Zuschuss für junge Familien mit kleinen Kindern zur Sicherung der Lebensgrundlage. Es wird maximal für 14 Monate gezahlt. Die Zahlung beginnt dabei direkt nach der Geburt des Kindes. Der Antrag muss dabei rechtzeitig gestellt werden und wird rückwirkend nur drei Monate gezahlt.

Die Höhe wird dabei abhängig gemacht vom Einkommen desjenigen, der den Antrag stellt. Wer nicht erwerbstätig ist, der kann mit dem Mindestbeitrag rechnen, der aktuell bei 300 Euro liegt. Ansonsten ist die Zahlung von Elterngeld gestaffelt. So erhält ein Arbeitnehmer, der ein Nettoeinkommen von 1.000 Euro hat, mindestens 670 Euro Elterngeld. Bei 2.000 Euro sind es mindestens 1.300 Euro und ab 2.770 Euro ist es ein Pauschalbetrag von 1.800 Euro.

„Wo beantrage ich Elterngeld?“ weiterlesen

Wie viel Urlaub steht mir zu?

Der Gesetzgeber hat geregelt, dass jedem Arbeitnehmer 24 Tage Urlaub im Jahr zustehen.

Dabei handelt es sich um Werktage, Sonn- und Feiertage sind davon ausgenommen. Der Samstag gehört zu den Werktagen und muss bei der Urlaubsberechnung berücksichtigt werden.

Allerdings gibt es bei dieser Urlaubsregelung auch Ausnahmen:

  1. Handelt es sich beim Arbeitsverhältnis um eine 5-Tage-Woche (Montag bis Freitag), dann verringert sich der gesetzliche Anspruch auf Urlaub auf 20 Tage. In diesem Fall zählt der Samstag auch nicht als Urlaubstag. Analog dazu sind es bei einer 4-Tage-Woche nur noch 16 Urlaubstage. Bei der Berechnung geht man immer von 24 Urlaubstagen aus, die durch sechs Arbeitstage geteilt werden müssen. „Wie viel Urlaub steht mir zu?“ weiterlesen

Wie viel Urlaubsgeld kann man bekommen?

Urlaubsgeld wird sehr oft mit dem Urlaubsentgelt verwechselt. Beim Urlaubsentgelt handelt es sich um die Fortzahlung der Bezüge während des Urlaubes. Dies richtet sich nach dem jeweiligen Arbeitsertrag, in dem festgelegt wird, wie viele Tage bezahlten Urlaub der Arbeitgeber hat. Das Urlaubsgeld ist ein zusätzliches Entgelt, das der Arbeitgeber freiwillig bezahlt. Es ist somit als Zuschuss für den Urlaub zu sehen. Einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld gibt es erst einmal nicht.

Dennoch gibt es auch hier Ausnahmen:

Urlaubsanspruch bei Kündigung

Laut Gesetz haben Arbeitnehmer bei einer 6-Tage-Woche einen Urlaubsanspruch von 24 Tagen im Jahr. Werden nur fünf Tage gearbeitet, dann reduziert sich der Urlaubsanspruch auf 20 Tage. Dies ist das Minimum, das der Arbeitnehmer erhält, Sonderregelungen, die mehr Urlaubstage im Jahr beinhalten, sind jederzeit möglich.

Den vollen Urlaubsanspruch hat man allerdings erst, wenn man sechs Monate in der jeweiligen Firma arbeitet, davor beträgt der Anspruch monatlich jeweils 1/12 des Jahresurlaubs. Diese Regelung ist vor allem dann wichtig, wenn eine Kündigung ausgesprochen wird. Dabei ist es egal, ob der Arbeitgeber kündigt oder der Arbeitnehmer.

„Urlaubsanspruch bei Kündigung“ weiterlesen