Was ist der Lohnsteuerausgleich?

Jeder Arbeitnehmer sollte einen Lohnsteuerausgleich machen – Pflicht ist er jedoch nicht (im Gegensatz zur Einkommensteuererklärung bei Selbstständigen beispielsweise).

Wie funktioniert der Lohnsteuerausgleich?

Beim Lohnsteuerausgleich wird dem Finanzamt die Lohnsteuerkarte mit allen Abzügen zugeschickt, zudem die Auflistung und die Quittungen von möglichen Werbungskosten, die man absetzen kann. Daraus errechnet dann das Finanzamt, ob man zu viele Steuern bezahlt hat.

Dies kann sehr oft vorkommen, weil für die Berechnung der Lohnsteuer, der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlages das Jahresgehalt als Grundlage hergenommen und durch die Monate geteilt wird. Da aber das Jahr über immer wieder Veränderungen in der Höhe des Entgeltes möglich sind, kann es durchaus sein, dass man zu viel Steuern abgezogen bekommen hat. Dieser erhält man durch den Lohnsteuerausgleich wieder zurück.

Gründe für eine Veränderungen vom Einkommen:

  • Man wird befördert
  • Man wird arbeitslos
  • Man heiratet
  • Man bekommt Kinder (muss in der Lohnsteuerkarte eingetragen werden)
  • Die Lohnsteuerklasse ändert sich
  • Man arbeitet in Kurzarbeit
  • Man ist Saisonarbeiter
  • Man wechselt den Arbeitgeber und verdient beim neuen mehr oder weniger
  • Man hat weitere oder wechselnde Anfahrtswege
  • Man tritt aus der Kirche aus

Den Lohnsteuerausgleich kann ein Steuerberater ebenso machen, wie man selbst, mit Hilfe eines entsprechenden Lohnsteuerprogramms. Wer sich die hohen Kosten sparen möchte, der kann auch einen Lohnsteuerhilfeverein befragen.

Auf der Lohnsteuerkarte vermerkt ist auch Ihre Anschrift, Geburtsdatum, Lohnsteuerklassen, zuständiges Finanzamt, die Zahl der Kinderfreibeträge und weiter Daten.

Was ist steuerfreies Einkommen?

Im Prinzip sind erst einmal alle Einnahmen die man als deutscher Staatsbürger hat, steuerpflichtig.
Dazu gehören unter anderem:

Steuerpflichtige Einnahmen

  • Arbeitslohn
  • Einnahmen durch Selbstständigkeit
  • Einnahmen aus Land- und Forstwirtschaft
  • Kapitalerträge
  • Mieten

Um das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln, wird das Bruttogehalt abzüglich der Werbungskosten und der Sozialabgaben hergenommen. Da nun aber nicht jeder gleichviel verdient und die Gehälter oft sehr gering sind, wurde ein Steuerfreibetrag eingeführt. Dieser besagt, dass man keine Steuern zahlen muss, wenn man unter diesen Summen bleibt. Sie betragen aktuell jährlich

  • für Ledige 8.004 Euro
  • für Verheiratete 16.008 Euro

Wichtig sind diese Grenzen aber nicht nur für Geringverdiener, die oft nicht über diese Grenzen kommen. Auch für regulär Steuerpflichtige sind die Grenzen von Bedeutung. Der Grund: Bei der Berechnung der Einkommensteuer werden diese Grenzen angerechnet. Das bedeutet, dass sich das zu versteuernde Einkommen verringert.

Den Steuerfreibetrag kann man sich auch auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Dies bedeutet, dass das Einkommen gleich um diesen Betrag reduziert wird, man hat als mehr Nettoeinkommen. Allerdings muss man darauf achten, dass man nicht doch weniger Ausgaben hat als vorgesehen, da das Finanzamt dann Nachzahlungen fordern kann.